Interview

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Interview

Claudio Blasco von www.guia-frankfurt.de

erschienen in der Mai-Ausgabe 2007 

 

Frage: In deutschen Supermärkten sieht man spanische “reserva” Weine zu günstigeren Preisen als üblich. Woraus resultiert dieses Phänomen?

 

Cecilia González: Sowohl die Weine als auch die Cavas haben ein Lagerungsdatum, d.h. bei einem jungen Wein sind es zum Beispiel ab dem Moment, ab dem der Korken auf die Flasche gesetzt wird und damit der Weine seine Eigenschaften nicht verliert, 1 Jahr, bei den Crianzas sind es ungefähr 2 Jahre. Kurz vor Ablauf dieser Frist werden diese Weine oder Cavas für das Ausland verkauft oder für Billigmenüs in Spanien angeboten. Die großen deutschen Supermarktketten kaufen ganze LKWs dieser Weine und Cavas. Deshalb steht auch immer in meiner Preisliste, wann die max. Lagerungsfrist endet, d.h. die Weine sollten vor Erreichung dieser Frist getrunken werden.

 

Wann und wie kam es zur Idee, eine Verkaufsfirma spanischer Weine zu gründen?

 

Es begann im Jahre 2000, als ich von Barcelona nach Deutschland/Frankfurt kam. Obwohl es in Deutschland hervorragende Weißweine gibt, habe ich meinen guten Wein aus der Region Penedés und meinen Cava sehr vermisst. Ich war von den Supermarktangeboten gar nicht begeistert. Am Anfang kaufte ich bei meinem Großhändler aus Barcelona und machte Sammelbestellungen mit Freunden und Arbeitskollegen, um so die Transportkosten für alle zu minimieren.  Fast 5 Jahre lang bestellte ich  auf diese Art und Weise und die Interessengemeinschaft wuchs und wuchs; die Mund-zu-Mund Werbung war sehr positiv. Daraufhin habe ich direkten Kontakt mit den Winzern aufgenommen, um Bedingungen und Preise auszuhandeln und somit günstigere Preise als über den  Großhändler zu erzielen.  Ende 2006 habe ich ein Gewerbe, “meine eigene kleine Firma”, angemeldet. Heutzutage verfüge ich über ein Lager und habe direkten Kontakt zu 2 Wein- und Cavawinzern. Der Flaschen- und 15 Liter Bag-in-Box-Lagerbestand beläuft sich im Augenblick auf über 7.500 Flaschen. Im Sommer habe ich den Winzer aus Katalonien besucht, um ihn wieder persönlich zu sehen und neue Weine und Strategien auszuarbeiten und damit sie mich sehen. Früher habe ich  alle 3-4 Monate 1 Palette mit 600 Flaschen bestellt. Im Augenblick importiere ich ca. 5-6 Paletten im Jahr von 2 verschiedenen Winzern, da die Anzahl der Kunden sowie der interessierten Restaurants ständig steigt.

 

 


Was unterscheidet das Angebot von Vinos el MAGO im Gegensatz zu anderen Firmen?

 

Ich möchte nicht, daß meine Kunden “ein Kunde mehr” sind. Ich möchte, dass jeder einzelne Kunde “mein Kunde” ist. Ich organisiere Tapasabende mit Wein- und Cavaproben.  Die letzte fand Mitte November bei mir zu Hause statt. Es wurden 2 Weißweine, 2 Rotweine aus der Region Bierzo und 2 Cavas, limitierte Auflage verkostet. Die Kunden erfahren vor der Weinprobe nicht, welche Weine und Cavas sie verkosten werden. Es bleibt bis zur Weindegustation ein Geheimnis. Meine Kunden probieren und entscheiden, welche Produkte sie bevorzugen und diese werden dann von mir importiert. Ich möchte, daß meine  Kunden die Auswahl der Weine und Cavas treffen. Es wird  versucht, gute Weine zu günstigen Preisen und wenig bekannte Weine  vor allem aus der Region Penedés hierher zu bringen. Es ist nicht meine Absicht, in großen Kaufhäusern oder Supermarktketten zu verkaufen. Meine Philosophie geht dahin, daß ich vor allem von familiären Winzern kaufe, die ihre Weine noch auf  traditionelle Art und Weise herstellen und zwar so, wie es die Tradition bestimmt, mit Wohlwollen und viel Liebe. Auch kann ich meine Kunden selbstverständlich auf spanisch und deutsch aber auch auf katalanisch und englisch bedienen, informieren, beraten und Bestellungen und Kostenvoranschläge entgegennehmen.

 

Wo finden die Weinproben statt?

 

Ich veranstalte Weinproben in meiner eigenen Firma, beim  Kunden zu Hause oder in Restaurants sobald ich neue Weine oder Cavas ausfindig gemacht habe. Wenn ich die Weinprobe beim Kunden mache, bereiten sie oder bestellen Tapas oder etwas anderes zum Essen und ich bringe die neuen Weine und Cavas mit und serviere diese, um degustiert zu werden. Auf diese Art und Weise kaufen die Kunden die Weine und Cavas ohne Risiko, weil sie die Produkte bereits gekostet haben. Außerdem erstatte ich dem Kunden das Geld und  nehmen die Ware zurück, wenn ein Kunde eine Kiste Wein oder Cava kauft und er nach der ersten Flasche merkt, daß ihm/ihr der Wein doch nicht schmeckt, d.h., ich biete risikofreies Kaufen an.

 

Welche Zukunftspläne haben Sie?

 

Ich habe den Eindruck, daß meine Einstellung den Weinliebhabern gefällt. Ich beabsichtige welter zu wachsen, aber ohne meine Philisophie zu vernachlässigen. Ich habe bereits zwei Mal die Prowein in Düsseldorf besucht. Habe auch in Köln an der  Akademie “Gourmet for Nature” an einem Seminar “Große Rotweinseminar”, eines der meistbesuchten Kurse für weltbekannte Soumeliers mitgemacht.